Franz Neusiedler

Eisenbahner. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1898    † 1944

 

Lebenslauf

Franz Neusiedler wurde am 3.12.1898 in Hausbrunn (Niederösterreich) geboren. Er war Eisenbahner in Wien. 1921 schloß er sich der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich, 1927 dem republikanischen Schutzbund an.

Mitglied einer kommunistischen Zelle, "Rote Hilfe"

Franz Neusiedler gehörte einer kommunistischen Zelle am Wiener Westbahnhof an und kassierte für die "Rote Hilfe".

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 1. 6. 1944 wurde Franz Neusiedler verhaftet und am 31. 10. 1944 gemeinsam mit Josef Hala (hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 5.12.1944 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus der Anklageschrift vom 11. 8. 1944

„(…) dass er die Ehefrau des bereits verhafteten ­Leopold Wölfel unterstützt hatte: im August habe er ihr 100. – RM aus eigenen Mitteln zur Bezahlung eines Rechtsanwaltes für Wölfel ausgehändigt. Zu Weihnachten 1943 übergab der Angeschuldigte der Ehefrau Wölfel 207. – RM, die bis auf einen von Neusiedler selbst gespendeten Betrag von 5. – RM auf seine Veranlassung von den angeklagten [Friedrich] Narrath und [Franz] Koller gesammelt worden waren.“

Gedenktafel

Sein Name steht auf der Gedenktafel am Wiener Westbahnhof (Wien 15, Avedikstraße 2).

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Porträtbild: Willi Weinert oder Wiener Stern Verlag
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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